Buch: „Die Vorstufe zum Paradies“

10.00

(1 Kundenrezension)

Von Gunther Moll (Autor), Sarah Benecke (Autor), Günter Grzega (Autor)

Nachwort
Über mehr als zehn Jahre hinweg hatte ich Vorträge zum Thema „Was Kinder für ihre Entwicklung brauchen“ gehalten, manchmal vor nur ein paar Dutzend, oft aber auch vor Hunderten von Zuhörern. Diese konnte ich immer in zwei Gruppen einteilen. Die überwiegende Anzahl meist Eltern, Großeltern, Erzieherinnen und Lehrer folgte mit Interesse und Zustimmung meinen Ausführungen, wie Kinder sich in größtmöglichem Umfang zu vollen und harmonischen Persön- lichkeiten entwickeln können. Besonderen Beifall erhielt ich für die Forderung, endlich die nötigen Personalschlüssel einzuhalten, das heißt zum Beispiel: eine Fachkraft auf zwei bis drei Kinder in Kinderkrippen, eine Erzieherin auf fünf bis sechs Kinder in Kindergärten. Und auch für meinen Appell, dass die Armut in unserem Land nicht immer nur bekämpft, sondern endlich „abgeschafft“ werden müsse.
Jedes Mal gab es aber auch eine kleine Anzahl von Zuhörern, die während des Vortrages immer wieder den Kopf schüttelten. Aus ihren Reihen kam am Ende dann mit 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit folgende Frage: „Schön und gut, was Sie da ausführen, vielleicht wäre das ja auch richtig, aber wie soll das denn bitte alles finanziert werden? Können Sie uns das einmal sagen!“

Über Jahre hinweg konnte ich auf diese Frage keine überzeugende Antwort geben, bis mir zum Glück eines Tages Günter Grzega erklärte, dass all die Reformen nicht am Geld scheitern müssen.
Auch, wenn unsere Zukunftsvision für das Jahr 2050 momentan eine Utopie ist und angesichts der vielen Hindernisse für viele von Ihnen verrückt klingen mag: Es gibt Wege, die dorthin führen.
Dass wir Ihnen dies in unserem Buch aufzeigen konnten, ist mir eine riesengroße Freude.

Ihr

Prof. Dr. med. Gunther Moll

Beschreibung

Vorwort
Es war Anfang September 2013. In knapp zwei Wochen stand die Wahl zum 17. Bayerischen Landtag an. Ich hatte gerade die Stationsvisite beendet, ging in mein Büro und stellte zur Entspannung das Radio an mitten in einem CSU-Wahlkampfspot. „Bayern ist die Vorstufe zum Paradies“. Parteichef Horst Seehofer ließ daran keinen Zweifel. Fünf Jahre später, in einer seiner Abschiedsreden als bayerischer Ministerpräsident, erweiterte er seine Aussage sogar: „Bayern ist das Paradies! Das können wir uneingeschränkt sagen“. Doch in was für einer Welt lebten dann die meisten der Kinder, mit denen ich gerade in der Visite gesprochen hatte und deren Lebensbedingungen alles andere als paradiesisch waren?
Was ist mit den Millionen von Bürgerinnen und Bürgern, für die eine „Vorstufe zum Paradies“ nichts als eine Floskel ist? Die mit der Angst leben müssen, bedürftig zu werden, wenn etwa ihre Beziehung scheitert, sie mehrere Kinder haben oder schwer erkranken? Was ist mit denjenigen, die ihr ganzes Leben lang nur Armut kennen? Dabei könnten wir davon bin ich nach drei Jahrzehnten Berufserfahrung als Kinderpsychiater überzeugt einer Vorstufe zum Paradies für alle Menschen sehr nahe kommen. Unser Gehirn ist dazu in der Lage, wir verfügen über das Wissen, beste technische und finanzielle Möglichkeiten sowie nicht zuletzt seit sieben Jahrzehnten über die rechtlich verbindlichen Vorgaben der Verfassung des Freistaates Bayern, des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen. Es müssten dazu aber die entscheidenden „Stellschrauben“ geändert werden. Wenn wir dies wollten und wenn sich dafür politisch eine Mehrheit finden ließe.
Wir müssten, sollten, könnten. Aber, so werden wohl viele von Ihnen einwenden: Selbst wenn es dafür gewichtige Gründe gibt, wären die Gegner, die als die großen Gewinner und Profiteure der Fehlverteilungen keinerlei Veränderungen zuließen, viel zu stark. Dabei würden sie uns ganz besonders das Argument vor Augen führen, dass eine Vorstufe zum Paradies für uns alle niemals finanzierbar wäre und uns mit Sicherheit in den volkswirtschaftlichen Untergang führen würde.
Wenn es nun aber doch gelingen könnte, eine Vorstufe zum Paradies aufzubauen? Hätten wir dann durch unser Zögern oder sogar Aufgeben nicht versagt, unsere Verantwortung für das Leben missachtet und unsere Menschlichkeit „verraten“?
Bei diesen schweren Gedanken fielen mir plötzlich zwei Personen ein: zum einen Sarah Benecke, von der ich schon viele gute Artikel und Kommentare über Politik, Soziales und Gesellschaft in den „Nürnberger Nachrichten“ gelesen hatte. Zum anderen Günter Grzega, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Sparda Bank München eG, der mir schon mehrfach versucht hatte, das Wesen des Geldes, der Banken und der Finanzgeschäfte verständlich zu machen.
Gleich danach kam mir die Idee und schon wurden meine Gedanken wieder leichter, zusammen mit diesen beiden Experten in einem Buch zweierlei aufzuzeigen: Erstens, dass wir Menschen tatsächlich in der Lage sind, eine Vorstufe zum Paradies für uns alle zu erschaffen. Zweitens, dass wir sie auch finanzieren könnten. Dafür will dieses Buch nun Denkanstöße liefern. Die Umsetzung mag noch eine Utopie sein. Aber eine, für die es zu streiten lohnt.

Ihr

Prof. Dr. med. Gunther Moll

1 Bewertung für Buch: „Die Vorstufe zum Paradies“

  1. Prof. Dr. Med. Gunther Moll

    Wir freuen uns sehr, dass „Neue Debatte“ eine Audio-Rezension zum Buch „Die Vorstufe zum Paradies“ veröffentlicht hat: https://neue-debatte.com/2019/06/03/die-vorstufe-zum-paradies/. Vielen Dank dafür!

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